ZWISCHEN WEIN, WEIB UND VIPs

Conte Gelasio Gaetani d´Aragona Lovatelli

SIENA. Ein wenig irritiert blinzeln die schicken Gäste des Hotels Continentale schon, als Weinexperte Conte Gelasio Gaetani d`Aragona Lovatelli durch die prunkvolle Halle schreitet. Kein Wunder, denn der blaublütige Spross macht seiner Herkunft auf den ersten Blick nicht wirklich Ehre. 1,96 Meter groß, hager, lange, grau melierte Haare, ein wilder Bart und noch wildere Tätowierungen. Er sieht er aus wie eine Mischung aus Musketier, Jesus und Robinson Crusoe. Und macht in der luxuriösen Atmosphäre mit dem einst weißen Hemd und Hose, die schon länger keine Waschmaschine mehr gesehen haben, einen eher bizarren Eindruck. Eigentlich möchte man ihn in die nächste Suppenküche schicken, damit er sich mal richtig satt isst. Doch das verhindert Claudio Piraino, seines Zeichens Direktor der Nobelherberge. Er eilt auf den Grafen zu, begrüßt ihn überschwenglich. “Come va, Conte Gaetani?” “Benissimo, grazie mille!” Man kennt sich.

                                

Man kennt ihn. Conte Gelasio Gaetani ist in der internationalen Weinszene das, was man hierzulande einen “bunten Hund” nennt. Ein “Bonvivant”, ein “Enfant terrible”, das auch mit 49 Jahren immer noch glaubt, provozieren zu müssen. Mit seinem Auftreten, seinem Aussehen, aber auch mit seinen Ansichten. Der Graf pfeift auf den Dünkel seiner noblen Standesgenossen, und auch auf den sehr seriösen, sehr ernsthaften Klüngel der Weinexperten. Er kann es sich leisten, schließlich ist seine Familie eine der ältesten auf der Appeninhalbinsel und lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurück verfolgen. Auch zwei Päpste, der glücklose Gelasius I. und der grausame Bonifaz VIII., tummeln sich im illustren Stammbaum, was die Familie zu Mitgliedern der “nobiltà nera” macht. Dem schwarzen Adel mit Odeur nach Weihrauch und Myrrhe. Der Conte weiß aber auch, was er kann. Hat gut 30 Jahre Erfahrung mit Wein angehäuft, zahlreiche Lagen durch degustiert. Umstritten ist er trotzdem, und er weiß das. “Früher war ich verletzt, wenn ich hörte, was andere hinter meinem Rücken über mich sagten. Heute ist es mir egal”, sagt er ein bisschen trotzig, doch zugleich blitzt ein schelmisches Lächeln in seinen Augen.

Nobler Name als Türöffner

Auch wenn er den Adelstand nicht so ganz ernst nimmt, sein klangvoller Name und die Herkunft waren für den gebürtigen Römer besonders zu Beginn seiner Karriere Gold wert. Sie dienten als prompte Türöffner für Kreise, in die er sonst nur schwerlich gelangt wäre. Heute berät er zahllose Spitzenhotels und -restaurants, mit welchen Tropfen sie ihre Cantina bestücken sollen. Er legt Weinberge für Michael Douglas an, fachsimpelt mit Weinpapst Hugh Johnson über die Supertoskaner, ist zu Gast bei den Baronen Rothschild und nimmt die Weinberge von Francis Ford Coppola in Augenschein. Er kreiert einen Vino für Ivana Trump, kauft auf Auktionen edle Gewächse für die Schauspielerinnen Sharon Stone oder Monica Bellucci. Daneben gehts mit der alten Harley und George Clooney auf Tour durch seine zweite Heimat, die Toskana. Dort besaß die Familie bis vor wenigen Jahren das Brunello-Weingut Argiano, das jetzt seiner Ex-Ehefrau Noemi Cinzano, Erbin des Wermut-Imperiums gehört. Und in diesem Landstrich verkostet er bisweilen einige Brunelli mit Bundesinnenminister Otto Schily, der in der schönen Crete Sienese ein Haus bewohnt ...

 

MIT BEUYS IN BOLOGNANO

Baronessa Lucrezia de Domizio Durini

BOLOGNANO. Was macht ein überdimensionales Porträt von Joseph Beuys unweit der Piazza eines 300-Seelen-Dorfs in den Abruzzen? Ein schwarz-weißes Foto, eine Aufnahme seines Profils, mit Hut. Und dort: Ein Straßenschild weist den Weg zur Piazza Beuys. Zwei Schritte daneben hängt ein Plakat mit der Aufschrift “Difesa della Natura”, Verteidigung der Natur. Dass Beuys’ Werke in internationalen Museen präsent sind, ist hinlänglich bekannt. Aber hier, in einem gottverlassenen abruzzesischen Nest? Die Person, die diese Rätsel lösen kann, ist Baronessa Lucrezia de Domizio Durini. Die heute 66-Jährige hat den deutschen Künstler im November 1971 auf einer Fähre nach Capri kennen gelernt. Die Begegnung begründete eine enge Freundschaft, die bis an Beuys Lebensende halten soll. Die Baronessa lebt in Bolognano in der Bergregion Abruzzen. Seit dem Tod ihres Mannes Giuseppe “Buby” wohnt sie allein in ihrem 500 Jahre alten Palazzo ...

 

ROM “LESEN” LERNEN

Die Schule des Sehens

ROM. Kolosseum, Kapitol, Kirchen, Kuppeln - Jeder Rom-Reisende, egal, ob er zum ersten oder wiederholten Male in die Ewige Stadt kommt, kennt das Problem. Die Stadt hat einfach zuviel. Zu viele Sehenswürdigkeiten, zu viele Legenden und Mythen. Und selbst mit einer professionellen Führung erliegt man schnell der kunsthistorischen Fülle. Die deutschen Kunsthistorikerinnen Yvonne zu Dohna und Waldrudis Hoffmann kennen dieses Problem nur zu genau. Beide haben in Heidelberg studiert. Dr. Yvonne zu Dohna brachte in der Zeit ihrer Promotion Interessierten die Kunstwerke in den zahlreichen römischen Museen näher. Waldrudis Hoffmann führt seit Jahren individuelle Gruppen durch das einstige Caput Mundi, erklärt die Geheimnisse der Antike, zeigt mittelalterliche Mosaiken bis hin zu barock geöffneten Himmeln. “Ich habe festgestellt, dass Rom leicht überfordern kann”, sagt Waldrudis Hoffmann, die seit 14 Jahren in der italienischen Kapitale lebt. “Man kann diese Stadt nicht verstehen, wenn man nur mit Informationen angefüllt wird”, ergänzt sie. Es kommt zu dem, was jeder kennt: Die Monumente, Bilder oder Skulpturen rauschen einfach vorbei.

Kunstwerke intensiv erleben

Diese Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit brachten die beiden unabhängig voneinander auf eine Idee, die sie nun gemeinsam realisiert haben. Sie haben die so genannte “Schule des Sehens” gegründet. Im Klartext: Anhand ausgewählter römischer Meisterwerke, wie beispielsweise dem berühmten Apoll von Belvedere, den Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle oder auch Raffaels Stanzen, soll Interessierten ein Blick hinter die Dinge ermöglicht werden ...

 

“AMEDEI”

Luxusschokolade “fair” gehandelt

PONTEDERA/TOSKANA. Wer Alessio Tessieri nach seinen Lieblingswörtern fragt, bekommt zur Antwort: “Cioccolata”, “Qualità” und, wie kann es in Italien anders sein, “Passione”, also Leidenschaft. Diese drei Begriffe bekommen Sinn, wenn man weiß, dass der 40-Jährige leidenschaftlicher Chef ist einer Firma ist, die Schokolade in Spitzenqualität produziert. Ihr Name: “Amedei”. Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Cecilia (36) hat Alessio Tessieri vor 15 Jahren sein Schoko-Business gestartet. Tessieris Augen beginnen zu leuchten, wenn er von den Anfängen der Firma berichtet. Damals kam er von einem Schweizaufenthalt zurück nach Pontedera in der Toskana. Tessieri war so begeistert von der Schoki-Tradition im Nachbarland, dass er sich entschloss, in seiner Heimat ebenfalls zarten Schmelz zu produzieren. Zartesten Schmelz. In Italien gab es bis dato bis auf Ferrero (“Kinder-Schokolade”) keine Ernst zu nehmende Schokoladenindustrie. Die fehlende Schoko-Kultur in ihrer Heimat hielt Alessio und Cecilia Tessieri jedoch nicht davon ab, ihre Idee in die Tat umzusetzen. Doch gleich zu Beginn waren erste Hürden zu überwinden: Der Kakao, den es auf dem Weltmarkt zu kaufen gab, reichte nicht an ihre strengen Qualitätskriterien heran. “Spitzenschokolade kann nur dann exzellent schmecken, wenn der Kakao exzellent ist", ist Alessio Tessieri überzeugt, der - sorry! - ein wenig aussieht wie sein bester Kunde. Prompt nimmt er ein edel eingepacktes Stück Toscano Black mit 70 Prozent Kakaoanteil, wickelt es aus seiner edel-schlichten Verpackung, riecht daran (!) und beißt ein Stück ab. Dann lässt er es auf der Zunge langsam schmelzen. Das Lächeln, das beim regelrechten Degustieren sein Gesicht überzieht, zeigt, dass er zufrieden ist mit der enormen Arbeit, die er und Cecilia sich gemacht haben ...


SCHWEINERASSE MIT SYMBOLWERT

Die Cinta Senese

SIENA. Gesenkten Kopfes trottet das Schwein mit dem auffälligen weißen Nackenring durch die liebliche Landschaft in Richtung einer Stadt. Ob die “Cinta Senese”, auf Deutsch sienesisches Gürtelschwein, ahnt, dass vermutlich bald sein letztes Stündlein geschlagen haben wird? Das Nutztier ist auf dem Bild ein Symbol für einen funktionierenden, reichen Staat, in dem seine Bewohner sich in Ruhe der Landwirtschaft, Handel und Handwerk widmen können. Der anfangs skizzierte Eindruck ist auf dem Freskenzyklus “Die gute Regierung” von Ambrogio Lorenzetti (gemalt von 1338-1340) zu sehen, der im Rathaus von Siena (Toskana) seit Hunderten von Jahren demonstriert, welch ein gesegnetes Ambiente eine gute, überlegte Regierung den Menschen schaffen kann. Ohne Krieg, ohne Streit. Alten Schriftquellen zufolge stammt die Cinta aus den Hügeln um Montemaggio nahe Siena und aus dem Gebiet des heutigen Chianti Classico. “Die Cinta Senese existierte schon lange, bevor es die nordeuropäischen Rassen Landrace oder Yorkshire gab”, berichtet Nicola Zanda, Präsident des senesischen Cinta-Züchterverbandes und selbst Landwirt. So positiv sich die Cinta als Symbol auf dem Lorenzetti-Fresko darstellt, so jäh hätte sich das Schwein vor gar nicht so langer Zeit sich von der Welt verabschiedet. Beinah hätte die Schweinerasse - wie schon so viele andere Tierarten - das vergangene Jahrhundert nicht überlebt. “Vor rund zehn Jahren war die Rasse nahezu ausgestorben”, so Nicola Zanda. Nur acht Muttertiere lebten noch. Die Gründe für den Rückgang der Population: Die Aufzucht der Cinta ist sehr zeitaufwendig, dem entsprechend teuer ist das Fleisch. Zugleich wurde der italienische Markt in den vergangenen 20, 30 Jahren von billigerem Fleisch überschwemmt, bei dem die preisbewussten Verbraucher zugriffen ...

 

MIT SMART-ASSISM ZIEGEN FANGEN

Die neue Business-Sprache

MÜNCHEN. “Frau Bruns, bitte rufen Sie mir für morgen früh ein Huddle zusammen”, wurde Heike Bruns von ihrem Chef kürzlich aufgefordert. “Huddle, was soll das denn sein?”, dachte die Assistentin der Geschäftsleitung einer süddeutschen Lebensmittelfirma. Doch sie scheute sich, nachzufragen, tat ihr Boss doch so, als ob sie wissen müsste, was ein “Huddle” sein soll.

Heike Bruns war ohnehin aufgefallen, dass ihr Chef in letzter Zeit eine ausgeprägte Neigung entwickelt hatte, sich kryptisch auszudrücken. Mal murmelte er etwas von einer “Management-Initiated Separation”, dann von “Swarms”. Sie war irritiert. Das passte gar nicht zu dem bodenständigen Image, das er in seiner Firma pflegte ...

 

RÜCKKEHR IN MUTTERS SCHOSS

Niki de Saint-Phalles` Tarot-Garten vereinigt Mensch und Natur

CAPALBIO/TOSKANA. Schon von der Via Aurelia ist das Glitzern zu sehen. Schillernd und unwirklich ragt ein überdimensionales Gesicht über die Wipfel der Pinien und Zypressen, bestückt mit kleinen und kleinsten Spiegelscherben, und begrüßt den nahenden Besucher. Daneben ist ein gleichfalls bespiegelter Turm zu sehen, aus dessen offenen Dach ein metallener Wagen ragt. Die in der Hügellandschaft der südlichen Toskana fremd anmutenden Figuren gehören zum “Giardino dei Tarocchi”, dem Tarot-Garten, den die Künstlerin Niki de Saint-Phalle nahe des Küsten-Städtchens Capalbio an der Grenze zum Latium errichtet hat.

Berühmt geworden ist die Französin mit ihren “Nanas”, den üppig-weiblichen, fröhlich-bunten Plastiken, die beispielsweise auch am Hannoverschen Leine-Ufer zu finden sind. Das lebensbejahende Prinzip, das die Nanas ausstrahlen, begegnet dem Besucher auch im Tarot-Garten, dessen Gelände Niki de Saint-Phalle von Freunden zur Verfügung gestellt bekam ...

 

ABRUZZEN: KULTUR; NATUR UND KULINARISCHES

Reise ins bescheidenste Paradies Italiens

SULMONA/ABRUZZEN. “Warum sollte ich von hier wegziehen?” Der erstaunte Blick des Kellners in einem Cafe an der Piazza Garibaldi in Sulmona streift die Fragenden. “Hier gibt es doch alles: Hinreißende Berge, blaues Meer, spannende Historie, ich kann Ski laufen, wandern oder baden und dazu gibt es noch leckeres Essen”, sagt der junge Mann, zwei Tassen Espresso auf den Tisch stellend.

Der Mann hat Recht. Und doch bleibt die Frage, wie es sein kann, dass eine Gegend, die so reich ist an Naturschönheiten in mehreren Nationalparks, in denen sich Wölfe und Bären tummeln, ungezählte Kulturgüter vorweisen kann, ein solches Aschenputtel-Dasein fristet. Wenigstens jenseits der Alpen. Denn in Deutschland  kennt man gerade den Montepulciano d`Abruzzo, den kräftigen, erdigen Rotwein aus der prominenten Traube, der nahe der Adriaküste angebaut wird. Zugegeben: Die Region der Abruzzen mit ihren rund 150.000 Bewohnern besitzt nicht den lieblichen Charme der mehr als doppelt so großen Toskana, und auch nicht die übermenschliche Geschichte Roms, Florenz` oder Venedigs. Die Abruzzen mit ihrer trutzigen Bergwelt der Appeninen sind wilder, ungestümer, uneinnehmbarer. Und zugleich bescheidener. Die Abruzzen drängen sich nicht auf. Doch wer sich die Mühe macht, diesen Landstrich, den der Gipfel Corno Grande mit seinen 2912 Metern Höhe überragt, zu entecken, wird verstehen, weshalb die Bewohner ihre Heimat so lieben ...

 

SPORT, SCHWEISS UND SIGHTSEEING - ALL INCLUSIVE

Stadttrekking in Siena

SIENA. Radfahren durch das Chianti-Gebiet? Hatten wir. Wandern in der Maremma? Vor zwei Jahren schon. Baden in der Riviera? Abgehakt. Wer einen neuen sportlichen Kick in der Toskana sucht, sollte nach Siena eilen. Hier gibt es seit kurzem das weltweit erste Stadttrekking - garantiert schweißtreibend.

Elisa ist tapfer. Sie stapft mit ihren sieben Zentimeter hohen Korkabsätzen die Straße entlang. Die 26-jährige mit den kurzen dunklen Haaren lächelt. Trotz 38 Grad im Schatten, trotz des unpassenden Schuhwerks. “Ich würd´ eher sterben, als bei dieser Hitze Turnschuhe anzuziehen”, sagt sie, und ich glaube ihr aufs Wort. Wir sind im Süden Sienas, nur wenige Schritte von der Piazza del Campo entfernt. Die Torre del Mangia sieht uns über die Dächer hinweg hinterher. Kein Tourist weit und breit, es herrscht herrliche Ruhe. Doch die soll nach dem Willen des sienesischen Tourismusbüros bald vorbei sein ...

 

CLINT EASTWOOD UND DIE SALAMI

Von toskanischen Zigarren

LUCCA. “Eine toskanische Zigarre will wie eine schöne Frau behandelt werden. Man muss sie bewundern und genießen”, sagt Stefano Fanticelli (38). Dass der Vize-Präsident des Zigarren-Clubs mit dem ironischen Namen “Maledetto Toscano” (etwa “verflixter Toskaner”) es ernst meint, steht außer Zweifel. Wie um seine Worte zu unterstreichen, blickt er die “Moro” in seiner Hand lächelnd an, steckt sie langsam in den Mund und entzündet sie sorgsam. Zieht mit geschlossenen Augen.

Der Vergleich Fanticellis mit der schönen Frau hinkt ein wenig. Vor allem dann, wenn man weiß, dass Clint Eastwood in seinen Spaghetti-Western die “Toscano” von einem Mundwinkel in den anderen schob und sie damit zur unverzichtbaren Begleiterin des unrasierten Lonesome Rider machte. Auch ihr Geschmack ist eher rauh und erinnert Kennern zufolge an luftgetrocknete Salami ...

 

HOTELTERRASSEN IN ROM

Grüner Blick auf die Ewige Stadt

ROM. Lucull wusste, was gut ist. Der reiche Römer, oft zitierter Kenner leiblicher Genüsse, besaß dereinst auf dem Pincio-Hügel oberhalb der heutigen Piazza del Popolo eine prachtvolle Villa. Sowohl sie als auch ihr Garten war oft Schauplatz ausschweifender Feste, umgeben vom saftigen Grün der Bäume und Sträucher wurde ausgiebig gespeist und getrunken. Zwischendurch warfen die Gäste einen Blick vom Pincio hinab auf die Ewige Stadt, die sich vor ihnen ausbreitete. Luculls Refugium - eine gelungene Kombination aus Natur, Aussicht und Gastfreundschaft. 2 000 Jahre später können Besucher Roms den freigiebigen Charakter Luculls in seiner grünen Stadt-Oase nicht mehr in Anspruch nehmen, auch die Villa hat sich seit langem zu den unzähligen anderen römischen Ruinen gesellt. Und wer nun nicht das Privileg hat, in der italienischen Kapitale eine Wohnung mit Dachgarten sein Eigen zu nennen, kann immerhin auf eines der zahlreichen Hotels mit Dachterrasse zurückgreifen. Sie bieten inmitten grüner Natur atemraubende Rundblicke über die “Citta` Eterna” ...

 

ERFOLG IM JOB

So bekommen Sie das Lob, die Sie verdienen

In deutschen Büros gibt es wenig Anerkennung für erfolgreiche Arbeit. Lobkultur? Meist Fehlanzeige. Doch zur Steigerung der Motivation und der Freude am Einsatz für die Firma ist ein ehrlich gemeintes Lob ein bewährtes Mittel, und sollte deshalb nicht unterschätzt werden. Lesen Sie hier, wie Sie es schaffen können, dass in Ihrem Unternehmen Ihre Leistung anerkannt wird.

Barbara Weber macht ihren Job hervorragend. Eigentlich weiß sie das auch. Und doch bleibt für die Chefsekretärin in einer Hamburger Reederei die Anerkennung von außen aus. Weder ihr Chef noch sonst jemand sagt ihr, wie professionell und präzise sie arbeitet. Langsam schwindet ihr Enthusiasmus, mit dem sie vor drei Jahren die Stelle angetreten hatte. Ihr fehlt einfach ein Erfolgserlebnis ...

 

LOGIEREN IM LUXUSHOTEL

Interview mit Martin Sampedrano

Martin Sampedrano (17), Schüler der Höheren Handelsschule aus Kleinenbroich bei Neuss, hat ein etwas anderes Hobby als andere Jugendliche in seinem Alter. Er besucht Luxushotels und veröffentlicht später einen Bericht über den Aufenthalt auf seiner Homepage www.sampedrano.com.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Sampedrano, Sie steigen öfter in Luxushotels ab.

Ja, es war einst mein Traum, und ist heute meine Berufung.

Sie leben in Kleinenbroich. Das klingt - sorry - ja nicht gerade aufregend. Ist ihr Wohnort der Grund, weshalb Sie sich hin und wieder ein paar Tage mit allen Schikanen gönnen?

Nein, die Gegend, in der ich wohne, gefällt mir gut. Das ist nicht der Grund.

Wie kommen Sie dann auf so was?

Die ganze Geschichte begann mit einem Schulprojekt vor vier Jahren. Wir sollten uns überlegen, womit wir die Schul-Homepage füllen können, und da kam mir die Idee mit Test-Berichten aus der Luxushotellerie. Als eine Art Jugend-Reisemagazin. Mein Vater ist in der Gastronomie tätig. Dadurch hatte ich schon früher einen Bezug zu dem Thema ...

 

GLOBAL GAMES - DATING IN ITALIEN

Wie man einen echten Homo italiensis findet . . .

ROM. Einen Italiener kennen zu lernen ist für ausländische Frauen kein Akt. Einen weiten Bogen sollten Sie allerdings um Männer machen, die auf der Straße mit dem schnöden “Ciao Bella” um sich werfen. Diese Anmache ist qualitativ minderwertig, weil wahllos. Sollten Sie jedoch ein gut aussehendes Exemplar des Homo italiensis entdecken, ist es dank Emazipation auch im Land des Machismo okay, ihn anzusprechen. Um zuvor seine Bereitschaft zu checken, ist intensiver Blickkontakt das geeignete Mittel. Kein richtiger Papagallo wird sich die Gelegenheit einer Bekanntschaft entgehen lassen, zumal die Kontaktaufnahme von Ihrer Seite ja seinem eitlen Ego schmeichelt ...

 

“LA BORSA ROMA”

Ute Matthiesen-Gödecke, 33, produziert Taschen in Rom

ROM. “Welches Leder findest du schöner, Antonio?”, fragt Ute Matthiesen-Gödecke auf Italienisch. Der Täschner zeigt auf das geprägte, während er Leder-Rohlinge zurechtschneidet - in der kleinen römischen Werkstatt, in der Ute ihre Handtaschen herstellen lässt. Die gebürtige Husumerin ist Inhaberin der Firma “La Borsa Roma”. Vor elf Jahren kam die ausgebildete Schneiderin nach Rom, der Liebe und der Stadt wegen. Arbeitete dort zunächst in Nähereien und machte eine Ausbildung zur Modelistin. “Ich wollte passende Taschen zu den Kleidern, fand aber keine. So entwarf ich sie selbst, ließ sie fertigen, verkaufte sie dann an Freundinnen.” Die waren so begeistert, dass Ute mehr daraus machen wollte ...

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